1.Mai-Fahrt von Bingen bis St. Goar

Bei strahlendem Sonnenschein machten sich acht PaddlerInnen daran, einen lang gehegten Plan umzusetzen und wieder einmal die malerische Rheinstrecke zwischen Bingen und St.Goar in 4 Zweier-Kajaks zu bewältigen. Die Flusswanderführer versprechen hier einen abwechslungsreichen Streckenabschnitt gesäumt von den Hängen des rheinischen Schiefergebirges und einer dichten Abfolge von Dörfern und Burgen, der aber auch durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit, die verengte Fahrrinne, und den starken Schiffsverkehr den Kanuten vor Herausforderungen stellt. Eine dieser Herausforderungen erwartete uns direkt nach dem Start der Tour in Höhe der linksrheinischen Nahemündung und des Binger Loches. Aufgrund des Wasserstandes und der notwendigen Verengung der Fahrtrinne sind in diesem Bereich die Buhnen so angeordnet, dass sich eine wehrähnliche Anlage ausbildet, die man so im Mittelrheintal nicht erwarten würde und zu einem ersten Herzklopfen führte – zum einen wegen der Überraschung, zum anderen wegen der Freude über den kurzen Wildwasserabschnitt. Nach den ersten Schrecksekunden passierten wir alle unbeschadet den Binger Mäuseturm. Vorbei an den ersten Burgen ging es in flotter Fahrt- der Rhein trägt hier mit einer Strömungsgeschwindigkeit von rund 8 km/h einiges dazu bei – Richtung Kaub. Auf der Insel zu Füßen der ehemaligen Zollstation Pfalzgrafenstein war nach rund 20 km die Mittagspause eingeplant. Die Zollstation wurde zunächst als einfacher Turm von König Ludwig von Bayern 1326/27 errichtet und 1866 von den Preussen geschlossen. Heute wird sie von einem Drachen bewacht, der hinter einer Kasse lauert und unerbittlich 7 Euro Gebühr für die Burgbesichtigung fordert – unabhängig davon ob man als Gruppe unterwegs ist und die für Landratten übliche Fähre nicht nutzte. Wir haben auf die Innenbesichtigung verzichtet und die Mittagssonne genossen. Ein wenig deutsche Geschichte wurde uns auf der Insel auch ohne Burgbesichtigung zu Teil, schließlich erinnert eine Gedenktafel an die Rheinübersetzung Blüchers und seiner Soldaten in den ersten Januartagen des Jahres 1814. „Marschall Vorwärts“ und die schlesische Armee verfolgten Napoleon und seine Truppen nach der Völkerschlacht in Leipzig. Wir setzten unsere Fahrt in Richtung Oberwesel und der Loreley fort. Vorbei an den 7 Jungfrauen und den Geisenrücken – beides Felsinseln mitten im Fluss die beim Niedrigwasserstand gut sichtbar waren und den Kormoranen als Sammelplatz zur Gefiedertrocknung dienten – umrundeten wir zusammen mit einem, im engen Flussbett riesig wirkenden Containerschiff und einer Vielzahl von Ausflugsdampfern den Lorely-Felsen. Kurz danach beendeten wir unsere Fahrt linksrheinisch in St. Goar und liesen die Erlebnisse im direkt am Rheinufer gelegenen Rebstock-Garden Revue passieren. Alle waren sich einig – das machen wir wieder! Der Wanderwart freut sich natürlich darüber und erhofft sich eine Initialzündung für weitere Touren. Die nächste Vereins-Fahrt führt uns am 28.5 auf die Ill von Strassburg bis zur Rheinmündung -natürlich mit anschließendem Flammkuchenwettessen.